Die Narbe: Der Anschlag von Rostock-Lichtenhagen

© NDR / Inga Mathwig

NDR Fernsehen 2022 // Ein Film von Inga Mathwig und Hans Jakob Rausch

Sie sind als der größte Pogrom nach 1945 in die deutsche Geschichte eingegangen: die rassistischen Angriffe auf das Sonnenblumenhaus in Rostock-Lichtenhagen. Am 24. August 1992 warf eine wütende Meute Steine und Molotow-Cocktails gegen das damalige Wohnheim der vietnamesischen Vertragsarbeiter. Was bedeutet dieser Anschlag für die Beteiligten heute?

Hung Quoc Nguyen lebte damals im Sonnenblumenhaus, vor der Wende war er als vietnamesischer Vertragsarbeiter in die DDR gekommen. Mit über hundert Vietnamesinnen und Vietnamesen erlebte er die Angriffe, gemeinsam mussten sie über das Dach fliehen. Zum ersten Mal spricht er in diesem Film über die Erlebnisse damals: „Die Vietnamesen in Rostock erinnern sich immer noch an den Vorfall, aber niemand will darüber reden.“

Auch Wolfgang Richter, damals Ausländerbeauftragter der Stadt Rostock, erlebte den Brandanschlag mit den Vietnamesen im Sonnenblumenhaus. Die Bilder der grölenden Masse begleiten ihn bis heute: „Wir haben eine Verantwortung, dass sich so etwas niemals wiederholen darf.“

„Die Narbe: Rostock-Lichtenhagen“ erzählt von den Angriffen auf das Sonnenblumenhaus in Rostock-Lichtenhagen 1992, fragt, wie es dazu kommen konnte und beleuchtet, welche Bedeutung dieser Pogrom für rassistische Attacken in der Gegenwart trägt.

Erstausstrahlung: NDR Fernsehen, 27.04.2022 // 30 min // Buch und Regie: Inga Mathwig und Hans Jakob Rausch // Kamera: Hans Jakob Rausch, Inga Mathwig // Schnitt: Tim Rieckmann // Redaktion: Christian von Brockhausen